Q&A
Häufig gestellte Fragen - das, was viele bewegt.WAS SPRICHT FÜR DEN STANDORT MASCHEN?
Der Standort Maschen liegt in einem durch einen Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gewerbegebiet mit guter Infrastruktur. Er bietet durch die Nähe zur Wohnbebauung ideale Voraussetzungen für die Nutzung der entstehenden Abwärme in einem kommunalen Wärmenetz. Zudem sind Stromversorgung und Glasfaseranbindung gut zu realisieren.
WIE FÜGT SICH DAS GEBÄUDE INS ORTSBILD EIN?
Grundsätzlich: Das Grundstück liegt in einem bereits seit dem Jahr 2000 ausgewiesenen Gewerbegebiet. Gemeinde und Politik haben auf der Ortsratssitzung am 04.11.2025 bekräftigt, dass es auch als Entsprechendes entwickelt werden muss.
Das Rechenzentrum wird von erfahrenen Architekten geplant, die im Sinne eine ortssensiblen Gestaltung Funktionalität, technische Anforderungen und ästhetische Qualität gleichermaßen berücksichtigen, mit Fassadengliederung, Dachbegrünung und Photovoltaik. Eine neu angelegte Baumhecke entlang der Grundstücksgrenzen schafft einen wirksamen, natürlichen Sichtschutz und lässt das Gebäude optisch hinter dem Grün „verschwinden“.
Das Rechenzentrum verursacht weder Schwerlastverkehr noch Geruchsemissionen und ist städtebaulich verträglicher als viele andere Gewerbebauten.
VERSTÖSST DER STANDORT GEGEN SICHERHEITSRICHTLINIEN?
Nein. Die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) genannten Abstandsrichtlinien gelten vor allem für Rechenzentren der kritischen Infrastruktur des Bundes sowie für Rechenzentren der sogenannten „Höchstverfügbarkeits-Klasse“. Für private Betreiber sind diese nicht verbindlich. Der Standort wird individuell geprüft und genehmigt. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie bauliche Abschirmungen sind vorgesehen.
WELCHE VORTEILE BRINGT DIE NÄHE ZUR WOHNBEBAUUNG?
Die räumliche Nähe zu Wohnhäusern schafft beste Bedingungen für die Nutzung der entstehenden Abwärme. So können kurze Trassen realisiert und viele Haushalte direkt und kostengünstig versorgt werden. Ein Pluspunkt für die kommunale Wärmeplanung und für die Energiewende vor Ort.
WIE WIRD DIE ABWÄRME GENUTZT?
Das Rechenzentrum erzeugt kontinuierlich nutzbare Abwärme von rund 30 Megawatt. Diese Energie kann über Wärmepumpen in ein lokales Netz eingespeist werden und beispielsweise über 3.000 Haushalte versorgen, fossilfrei und zukunftsfähig. Die Nutzung ist gesetzlich vorgesehen und wird staatlich mit bis zu 60% gefördert.
IST DIE ABWÄRMENUTZUNG IN MASCHEN WIRTSCHAFTLICH SINNVOLL?
Ja. Die kompakte Bebauung, kurze Wege und hohe Anschlussdichte machen Maschen zu einem geeigneten Standort für ein Wärmenetz. Förderprogramme unterstützen den Aufbau solcher Netze mit Investitionszuschüssen. Hierin liegt großes Potential, günstige Energieversorgung für Privathaushalte und Unternehmen in der Region langfristig zu ermöglichen.
WIE ERKLÄRT SICH DIE GEBÄUDEHÖHE?
Die Größe des Gebäudes ergibt sich aus den technischen Anforderungen: Ein Rechenzentrum benötigt Platz für Server, Kühlung und Energieversorgung. Die Planung berücksichtigt dabei nicht nur Funktionalität, sondern auch eine hochwertige, ortsverträgliche Gestaltung: mit Fassadengliederung, Begrünung und Photovoltaik.
Die ursprüngliche Planung sah eine Gebäudehöhe von über 30 Metern vor, was für moderne Rechenzentren üblich ist. Mit Berücksichtigung städtebaulicher Aspekte haben wir sie um 35% reduzieren können. In der Planung vom 01.10.2025 lag sie bei 20 Metern, und damit deutlich untern den Referenzwerten. Eine weitere Reduzierung ist in Prüfung. Auch ob ein Teil des oder der Gebäude unterirdisch realisierbar ist, wird aktuell geprüft.
WIE LAUT WIRD DAS RECHENZENTRUM SEIN?
Die Lärmpegel einer luftgekühlten Anlage eines Rechenzentrums vergleichbarer Größe sind nicht immer gleich, sondern stark abhängig von der Außenlufttemperatur. Die von REVITALIS in der Präsentation vom 01.10.2025 angeführten Grenzwerte von 85dB(A) gelten oben auf dem Dach des Rechenzentrums, in 1m Abstand zum Lüfter, bei einer Außentemperatur von >34 Grad Celsius, ohne Schallschutzmaßnahmen und sind als absoluter Grenzwert zu verstehen. (Dieser Wert wurde 2025 genau 1x erreicht, am 02.07.2025, genaueres lesen Sie HIER)
Selbst bei Erreichung der Grenzwerte von 85dB(A) auf dem Dach des Gebäudes, liegt die Lärmbelastung an der Grundstücksgrenze deutlich unter 40 dB(A) und am ersten Wohnhaus unter 36dB(A). Damit ist der Lärmpegel unter den Richtwerten für Wohngebiete.
Moderne Technik wie schallgedämmte Lüfter und Luftleitstrukturen sorgen für eine sehr geringe Geräuschentwicklung.
Durch die Lage der Liegenschaft unmittelbar an der BAB39 werden die umliegenden Gebäude nur durch die Autobahn bereits mit bis zu 75dB(A) Verkehrslärm belastet. Der Schall des Rechenzentrums ist über die Autobahn nicht hörbar. Durch die Größe des Gebäudes könnte die Situation der Anwohner sogar verbessert werden, da das Rechenzentrum aufgrund seiner Größe auch als Schallschutz zur Autobahn fungieren kann. Die genauen Werte werden von unseren Fachplanern in aufwendigen Berechnungen und Simulationen ermittelt. Auch hier gilt aber; die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte ist verpflichtend.
WELCHE WIRTSCHAFTLICHEN IMPULSE ENTSTEHEN FÜR SEEVETAL?
Das Rechenzentrumsprojekt schafft qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung nachhaltig. Neben direkten Stellen in Betrieb, Technik, IT-Service und Sicherheit entstehen zusätzliche Jobs bei lokalen Dienstleistern, da Wartung und technische Unterstützung aufgrund der hohen Anforderungen an die Ausfallsicherheit in der Regel innerhalb weniger Minuten vor Ort sein müssen.
Die Gemeinde profitiert vom Ausbau der lokalen Infrastruktur und Gewerbesteuereinnahmen. Durch den 24/7-Betrieb und die langfristige Standortbindung entwickelt sich Seevetal zu einem attraktiven, innovativen Wirtschaftsstandort für digitale Infrastruktur und technologieorientierte Unternehmen.
WER KOMMT ALS BETREIBER IN FRAGE?
Für den Betrieb des Rechenzentrums werden bevorzugt nationale Anbieter in Betracht gezogen, um regionale Wertschöpfung zu sichern und höchste Anforderungen an Datenschutz und Datenhoheit zu erfüllen. Statt internationale Hyperscaler wie Google, Meta oder AWS zu wählen, ist bewusst ein deutscher oder europäischer Betreiber vorgesehen, mit Hosting nach deutschem bzw. europäischem Datenschutzrecht („German Cloud“).
Damit wird gewährleistet, dass sensible Daten im Rechtsraum der EU verbleiben, kurze Entscheidungswege bestehen und der Standort Seevetal langfristig von einem starken regional verankerten Betreiber profitiert.
GEFÄHRDET DER STROMVERBRAUCH DIE VERSORGUNG DER HAUSHALTE?
Nein. Die für das Rechenzentrum benötigte Anschlussleistung wird vom zuständigen Netzbetreiber gesondert bereitgestellt. Die Versorgungssicherheit der privaten Haushalte bleibt vollständig gewährleistet.
Zugleich entstehen regionale Vorteile: Die Abwärme des Rechenzentrums kann in ein lokales Nah- und Fernwärmenetz eingespeist werden und dort fossile Energieträger ersetzen. Auch die regionale Erzeugung erneuerbarer Energien wird gestärkt, da Rechenzentren gemäß EnEfG ab 2024 mindestens zu 50 % und ab 2027 vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden müssen.
Preissteigerungen für Haushaltsstrom, wie sie in den USA teilweise im Zusammenhang mit Rechenzentren auftreten, sind in Deutschland ausgeschlossen. Grund hierfür sind regulierte Netzentgelte, gesetzlich geschützte Verbrauchertarife und die im internationalen Vergleich deutlich geringere relative Netzbelastung durch Rechenzentren.
WER SIND DIE VORHABENTRÄGER UND PROJEKTPLANER?
Die REVITALIS verantwortet die Planung und Realisierung des Projekts. Mit dem Rechenzentrum in Seevetal-Maschen erweitert das Unternehmen sein Portfolio gezielt um das Segment zukunftsweisender digitaler Infrastruktur und greift auf weitere renommierte Fachplaner und Sachverstände zurück, u.a. RKW Architektur + und Drees & Sommer.
REVITALIS verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung komplexer und anspruchsvoller Immobilienprojekte und hat wiederholt gezeigt, wie auch außergewöhnliche Herausforderungen erfolgreich umgesetzt werden können.
Zu den markanten Referenzen zählen unter anderem:
- der 2012 realisierte Westside Tower, mit dem REVITALIS die Weiterentwicklung der Frankfurter Skyline maßgeblich mitgeprägt hat,
- die Sicherung und dauerhafte Erhaltung eines Abschnitts der historischen Stadtmauer in Dresden im Rahmen eines anspruchsvollen Bauvorhabens im Jahr 2017,
- die Revitalisierung des sogenannten „Wiener Lochs“ am Dresdner Hauptbahnhof: einer über 17 Jahre bestehenden innerstädtischen Brache, die REVITALIS mit dem heutigen Prager Carrée erfolgreich zu einem lebendigen urbanen Quartier entwickelte; ein Projekt, das sogar in Wikipedia Erwähnung findet.
Den operativen Betrieb des Rechenzentrums übernimmt eine spezialisierte Betreibergesellschaft, die für Technik, Sicherheit und den 24/7-Betrieb verantwortlich ist. Dies gewährleistet klare Zuständigkeiten und eine professionelle, verlässliche Umsetzung.
WIE KANN ICH MICH ALS BÜRGERIN / BÜRGER INFORMIEREN UND EINBRINGEN?
Alle Projektdaten und aktuellen Informationen finden Sie öffentlich auf dieser Projektwebsite. www.rechenzentrum-seevetal.de
Wir als Vorhabenträger laden ausdrücklich zum offenen Dialog ein und freuen uns über jede Rückmeldung aus der Bevölkerung. Ihre Hinweise helfen uns, das Projekt bestmöglich auf die örtlichen Bedürfnisse auszurichten. Nutzen Sie hierzu gerne jederzeit unser Kontaktformular.
Jede Perspektive trägt dazu bei, Chancen zu erkennen, Fragen frühzeitig zu klären und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Thies May
Projektleiter Rechenzentrum Seevetal, REVITALIS
Thies May ist Bauingenieur. Er betreut das Projekt Rechenzentrum Seevetal für die REVITALIS. Als Rönneburger kennt er die Region, und als Geschäftsführer einer Energieberatung weiß er um die Bedeutung nachhaltiger Lösungen.
Sie haben Fragen?
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!
„Viele Menschen in Seevetal stehen vor der Frage, wie sie ihre Häuser künftig bezahlbar und klimafreundlich beheizen können. Wir erleben diese Herausforderung tagtäglich in der Energieberatung. Genau deshalb sehen wir in der aktuellen Entwicklung eine große Chance: Wenn wir gemeinsam handeln, können wir einen zuverlässigen, grundlastfähigen Wärmeerzeuger aufbauen, der nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Ortsteile nachhaltig entlastet und langfristig CO₂ reduziert. Diese Perspektive motiviert uns. Sie zeigt, dass Klimaschutz nicht auf Kosten des Einzelnen stattfinden muss.“