GRUNDLAGE LEISTUNGSFÄHIGER DATENTECHNIK
Gebäudetechnische Infrastruktur
Ein Rechenzentrum ist eine hochkomplexe technische Anlage, in der Kühlung, Datentechnik, Stromversorgung, Wärmeabgabe und Schallschutz präzise aufeinander abgestimmt sein müssen, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Diese Systeme arbeiten rund um die Uhr zusammen und bilden das technische Rückgrat der digitalen Infrastruktur.
NAH- UND FERNWÄRME
Moderne Rechenzentren erzeugen nicht nur Rechenleistung, sondern auch erhebliche Mengen Abwärme, die ohne Nutzung ungenutzt in die Umwelt abgeführt würde. Diese Wärme kann jedoch eine wertvolle Ressource sein, wenn sie intelligent in Nah- und Fernwärmenetze eingespeist wird. Durch die Nutzung von Rechenzentrumsabwärme entsteht ein wichtiger Beitrag zu effizienter Ressourcennutzung und zur Stärkung der lokalen Infrastruktur. Damit werden Rechenzentren zu bedeutenden Bausteinen der kommunalen Wärmewende.
Vorteile der Nah- und Fernwärme:
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Nachhaltig und Beitrag zur Stärkung der regionalen Infrastruktur
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Vergleichsweise günstige Energieversorgung für Haushalte
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Reduzierte CO₂-Emissionen durch Wärmeeinspeisung
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Verbindung von Digitalisierung und Energie-/Klimawende
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Sicherer Transport durch moderne, isolierte Rohrsysteme
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Der mögliche Versorgungsradius für Nahwärme erstreckt sich in einem Umkreis von bis zu 2 km um das Projektgrundstück. Der Fernwärmeversorgungsradius liegt bei bis zu 3 km und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für energetisch sanierte Bestandsgebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Besonders die Bereiche Maschen Nord und Maschen Süd könnten mit ihrer Wohnbebauung gut erreicht werden. Auch das Gewerbegebiet im Süden – inklusive Kleingewerbe, Handwerk und Logistik – liegt innerhalb dieses Versorgungsbereichs.
Aktuell verarbeiten wir die Erkenntnisse aus dem Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung. Detailinformationen bereiten wir auf und stellen sie hier bereit.
SCHALLSCHUTZ
Der Schallschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Planung, da große Lüfter- und Kühleinheiten eines Rechenzentrums, insbesondere an sehr warmen Tagen, Geräuschpegel von bis zu 85 dB(A) erreichen können. Das entspricht etwa der Lautstärke eines stark befahrenen Straßenabschnitts. Diese Geräusche dürfen jedoch die Nachbarschaft nicht belasten.
Daher wird der Schall gezielt gedämmt, gefiltert und umgeleitet. Zum Einsatz kommen:
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Schallschutzverkleidungen und eingehauste Lüfter
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Hochwertige Dämmmaterialien
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Bauliche Abschirmungen, die den Schall in unkritische Richtungen lenken
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Moderne, leise Ventilatoren, die den Geräuschpegel zusätzlich reduzieren
In Kombination ermöglichen diese Maßnahmen, dass der Lärm außerhalb des Geländes kaum noch wahrnehmbar ist.
KÜHLUNG
In einem luftgekühlten Rechenzentrum muss die Kühlung zuverlässig sicherstellen, dass die dicht gestapelten Server nicht überhitzen. Nahezu die gesamte elektrische Leistung eines Rechenzentrums wird in Wärme umgewandelt. Ein modernes Rechenzentrum gibt annähernd 100 % der IT-Leistung als Abwärme an die Umgebung ab. Das bedeutet: Aus beispielsweise 40 MW IT-Leistung entstehen rund 40 MW Wärme, die kontinuierlich und kontrolliert abgeführt werden müssen.
Die aus den Serverracks austretende Abluft erreicht typischerweise Temperaturen von 30 bis über 35 °C, bevor sie das Kühlsystem passiert. Damit die Temperatur im Rechenzentrum jederzeit stabil bleibt, kommt ein N+1-Redundanzprinzip zum Einsatz. Das heißt, dass mindestens ein zusätzliches Kälte- oder Lüftungsgerät vorgehalten wird, sodass selbst bei einem Ausfall einer Anlage der Kühlbetrieb ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann.
DATENTECHNIK
Hochleistungsfähige Datentechnik am Standort
In einem Rechenzentrum stehen tausende Server nicht lose im Raum, sondern sind in sogenannten Racks untergebracht; stabilen Metallschränken, in denen die Geräte platzsparend und strukturiert übereinander angeordnet sind. Jedes Rack beherbergt mehrere leistungsstarke Rechen- und Speichermodule und bildet damit eine wichtige Einheit der gesamten IT-Infrastruktur.
Damit alle Systeme zuverlässig arbeiten, werden die Server in mehrstufigen Gruppen organisiert und über hochperformante Datenleitungen miteinander verbunden. Das Rechenzentrum ist nach dem N+1-Prinzip ausgelegt: Von allen zentralen Komponenten, etwa Netzwerkverteilern, Racks oder Datenwegen, ist mindestens ein zusätzliches Element vorhanden. So kann jederzeit sofort ein Backup-System übernehmen, falls eine Komponente ausfällt.
Zur Erhöhung der Ausfallsicherheit sind alle Racks über zwei vollständig getrennte und parallel laufende Netzwerkpfade angebunden. Dieses Konzept funktioniert wie zwei unabhängige Verkehrsnetze, die zum selben Ziel führen: Fällt eines aus, bleibt das andere ohne Einschränkung funktionsfähig.
Bei einer geplanten Rechenleistung arbeiten große Mengen an Servern und Netzwerktechnik parallel. Die redundante Auslegung stellt sicher, dass der Betrieb 24/7 stabil, sicher und hochverfügbar bleibt, selbst unter Spitzenlast.
STROMVERSORGUNG
Eigenes Umspannwerk
Für den zuverlässigen Betrieb eines großen Rechenzentrums ist eine stabile und leistungsstarke Stromversorgung unerlässlich. Dafür erhält der Standort ein eigenes Umspannwerk, das den Strom aus dem Hochspannungsnetz übernimmt und auf die Spannungs-ebene transformiert, die für den Rechenzentrumsbetrieb benötigt wird.
Vom Umspannwerk führen mehrere unterirdische Erdkabel in getrennten Trassen zum Gebäude. Diese Struktur sorgt dafür, dass mindestens ein zusätzlicher Strompfad zur Verfügung steht, falls einer der Wege ausfallen sollte.
Im Rechenzentrum wird die Energie anschließend über Hauptstromschienen, Verteilerschränke und Unterverteilungen weitergeführt – bis hinein in jedes einzelne Rack. Jedes Rack verfügt dabei über zwei vollständig unabhängige Stromkreise, sodass die Server selbst dann weiterlaufen, wenn ein Strang oder eine Komponente ausfällt.
Auf diese Weise bleibt die Stromversorgung des Rechenzentrums durchgängig, redundant und hochverfügbar und damit der Betrieb rund um die Uhr gesichert.